IPTV Senderliste –
M3U, EPG & XMLTV
vollständig erklärt.

Die Senderliste ist das technische Herzstück jedes IPTV-Setups. Diese Seite erklärt das M3U-Format von Grund auf, zeigt wie EXTINF-Tags funktionieren, wie EPG per XMLTV eingebunden wird und welche Qualitätskriterien eine gute Senderliste erfüllen muss.

Aktualisiert: September 2026
ca. 13 Min. Lesezeit
M3U · EXTINF · XMLTV · EPG
IPTV-Senderliste in TiviMate mit EPG-Programmraster, Senderlogos und Kategoriegruppierung

Was eine IPTV-Senderliste technisch ist

Im Kontext von IPTV bezeichnet „Senderliste" nicht eine einfache Aufzählung von Kanalnamen, sondern eine strukturierte Datei, die für jeden Sender die Stream-URL, Metadaten (Name, Logo, Kategorie) und eine Referenz auf die Programmzeitschrift (EPG) enthält. Das gebräuchlichste Format ist M3U – ursprünglich für Musik-Playlisten entwickelt, heute der De-facto-Standard für IPTV-Kanalisten weltweit.

Daneben gibt es die Xtream Codes API als alternatives Zugangssystem: Anstatt einer statischen Datei liefert ein API-Endpunkt die Senderliste, VOD-Kataloge und EPG-Daten dynamisch. Für viele Anwendungsfälle ist Xtream Codes komfortabler – das M3U-Format bleibt jedoch universeller und geräteunabhängiger.

Öffentlich-rechtliche Streams: ARD, ZDF und die Dritten Programme stellen offizielle HLS-Streams für ihre Mediatheken bereit. Diese können in M3U-Listen eingebunden werden und sind legal frei empfangbar. Für kommerzielle Sender (RTL, Pro7, Sport-Exklusivrechte) sind lizenzierte Quellen erforderlich – eigenmächtiges Einbinden nicht autorisierter Streams ist urheberrechtlich problematisch.

Das M3U-Format – Aufbau und Syntax

Eine M3U-Datei ist eine einfache Textdatei mit der Endung .m3u oder .m3u8. Die Erweiterung .m3u8 signalisiert UTF-8-Kodierung – bei deutschen Sonderzeichen (ä, ö, ü) in Sendernamen ist das der richtige Typ. Der grundlegende Aufbau jeder IPTV-M3U-Datei folgt einem festen Muster:

M3U-Grundstruktur (Beispiel)
#EXTM3U x-tvg-url="https://epg-anbieter.de/epg.xml"

#EXTINF:-1 tvg-id="ard.de" tvg-name="Das Erste" tvg-logo="https://logos.example.com/ard.png" group-title="Öffentlich-rechtlich",Das Erste
https://stream.ard.de/live/ard_hd/stream.m3u8

#EXTINF:-1 tvg-id="zdf.de" tvg-name="ZDF HD" tvg-logo="https://logos.example.com/zdf.png" group-title="Öffentlich-rechtlich",ZDF HD
https://stream.zdf.de/live/zdf_hd/stream.m3u8

#EXTINF:-1 tvg-id="rtl.de" tvg-name="RTL HD" tvg-logo="https://logos.example.com/rtl.png" group-title="Privat",RTL HD
https://stream.rtlde.example.com/rtl_hd/index.m3u8

Jeder Sender besteht aus genau zwei Zeilen: der #EXTINF-Zeile mit Metadaten und der darunterliegenden Stream-URL. Leere Zeilen zwischen den Einträgen sind erlaubt. Kommentare beginnen mit # und werden von Clients ignoriert, sofern sie kein bekanntes Tag-Schlüsselwort enthalten.

EXTINF-Attribute im Detail

Die EXTINF-Zeile trägt alle Metadaten eines Senders. Die wichtigsten Attribute:

AttributFunktionBeispielwertPflicht?
tvg-idEPG-Kanal-ID – verknüpft den Sender mit der Programmzeitschriftard.deEmpfohlen
tvg-nameAnzeigename im Client (kann von Sendernamen am Ende abweichen)Das ErsteOptional
tvg-logoURL zum Senderlogo (PNG oder SVG, HTTPS bevorzugt)https://...Optional
group-titleKategorie/Gruppe der Senderliste im ClientÖffentlich-rechtlichEmpfohlen
tvg-shiftZeitversatz in Stunden für EPG-Zeitzonenanpassung+1Optional
catchupAktiviert Catch-up für diesen Sender (Wert: default oder append)defaultOptional
catchup-daysAnzahl der verfügbaren Catch-up-Tage7Optional
-1 (Laufzeit)Zweiter Parameter nach #EXTINF – bei Live-Streams immer -1-1Pflicht

Der M3U-Header und x-tvg-url

Die erste Zeile #EXTM3U markiert die Datei als erweiterte M3U-Playlist. Im Header kann mit dem Attribut x-tvg-url eine globale EPG-Quelle angegeben werden, die für alle Sender in der Liste gilt. Viele IPTV-Clients lesen dieses Attribut aus und laden den EPG automatisch, ohne dass der Nutzer die URL manuell eintragen muss.

EPG – die elektronische Programmzeitschrift

Der EPG (Electronic Program Guide) verwandelt eine bloße Senderliste in ein nutzbares TV-Erlebnis. Ohne EPG sehen Nutzer zwar die Sender, aber keine Information darüber, was gerade läuft oder was als nächstes kommt. Technisch wird der EPG als XMLTV-Datei bereitgestellt.

EPG-Programmraster in TiviMate mit 7-Tage-Vorschau, Sendungsdetails und Kategoriefärbung

Das XMLTV-Format

XMLTV ist ein XML-basiertes Format für Programmzeitschrift-Daten. Eine XMLTV-Datei enthält zwei Arten von Elementen: <channel>-Einträge mit Sender-IDs und <programme>-Einträge mit Sendungsinformationen. Die Verbindung zwischen M3U-Senderliste und XMLTV-Datei läuft über die tvg-id in EXTINF, die mit der id des entsprechenden <channel>-Eintrags in der XMLTV-Datei übereinstimmen muss.

XMLTV-Struktur (vereinfachtes Beispiel)
<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<tv generator-info-name="EPG-Anbieter">

  <channel id="ard.de">
    <display-name lang="de">Das Erste</display-name>
  </channel>

  <programme start="20260910180000 +0200"
             stop="20260910193000 +0200"
             channel="ard.de">
    <title lang="de">Tagesschau</title>
    <desc lang="de">Die Nachrichten des Tages...</desc>
    <category lang="de">Nachrichten</category>
  </programme>

</tv>

Das Zeitformat in start und stop folgt dem Schema YYYYMMDDHHMMSS +HHMM (Zeitzone). Für deutsche Sender ist +0100 (MEZ) oder +0200 (MESZ) korrekt. Zeitzonenfehler führen dazu, dass EPG-Einträge um eine oder zwei Stunden verschoben dargestellt werden – ein häufiger Fehler bei schlecht gepflegten Anbietern.

EPG-Qualität bewerten

EPG ist nicht gleich EPG. Die Qualität variiert erheblich zwischen Anbietern. Vier Dimensionen sind entscheidend:

Vollständigkeit

Wie viele Sender in der M3U-Liste haben überhaupt EPG-Daten? Ein Wert unter 80 % ist für einen professionellen Dienst inakzeptabel. Hauptsender (ARD, ZDF, RTL, Pro7, Sat.1) müssen vollständig abgedeckt sein.

Vorschautiefe

Wie viele Tage Programmdaten stehen zur Verfügung? 3 Tage ist Minimum, 7 Tage Standard, 14 Tage Premium. Nur 24 Stunden EPG-Vorschau macht eine sinnvolle Programmplanung unmöglich.

Aktualitätsgrad

Werden Programmdaten täglich aktualisiert? Stale EPG-Daten, die seit Wochen nicht aktualisiert wurden, zeigen falsche Sendungstitel oder gar keine Daten für aktuelle Tage. Prüfbar über das Aktualisierungsdatum in der XMLTV-Datei.

Lokalisierung

Sind Sendungstitel und Beschreibungen auf Deutsch? Englische Originaltitel für deutsche Sendungen deuten auf automatisch importierte, nicht lokalisierte Daten hin. Besonders bei Eigenproduktionen und Spielfilmen auffällig.

Was eine gute Senderliste ausmacht

Viele Anbieter werben mit der Anzahl ihrer Sender. Das ist kein Qualitätsmerkmal. Eine Senderliste mit 10.000 Einträgen, von denen 40 % tote Links sind und 60 % keinen EPG haben, ist schlechter als eine gepflegte Liste mit 800 funktionierenden Sendern.

Öffentlich-rechtliche DE vollständig in HD: ARD Das Erste, ZDF, Arte, Phoenix, 3Sat, alle Dritten Programme mit Regionalversionen (BR, HR, MDR, NDR, RBB, SWR, WDR) in 1080i oder 1080p.
Senderlogos über HTTPS: Logo-URLs müssen über HTTPS erreichbar sein. HTTP-URLs scheitern auf modernen Clients aufgrund von Mixed-Content-Policies. Fehlende oder verwaiste Logo-URLs hinterlassen Platzhalter im EPG-Raster.
Konsistente group-title-Kategorien: Sinnvolle Kategorisierung (z.B. „Öffentlich-rechtlich DE", „Privat DE", „Sport", „Kinder", „International") ermöglicht Navigation ohne Scrollen durch tausende Einträge.
Korrekte tvg-id Verknüpfung: Jeder Hauptsender muss eine tvg-id haben, die exakt mit der channel-id in der zugehörigen XMLTV-Datei übereinstimmt – sonst bleibt der EPG für diesen Sender leer.
Regelmäßig aktualisierte Stream-URLs: Tote Links (HTTP 404, 403, Timeout) sind ein sicheres Zeichen für mangelhaften Betrieb. Eine professionelle Senderliste hat eine niedrige Ausfallrate und wird bei Server-Wechseln sofort aktualisiert.
UTF-8-Kodierung für Sonderzeichen: Deutsche Umlaute (ä, ö, ü, ß) in Sendernamen und Sendungstiteln müssen korrekt dargestellt werden. Falsche Kodierung führt zu Fragezeichen oder kryptischen Zeichen in der Senderliste.

Senderliste in IPTV-Clients laden

TiviMate (Fire TV / Android TV)

In TiviMate unter Einstellungen → Playlists → Playlist hinzufügen: Wählen Sie „M3U-URL" und tragen Sie die vollständige URL ein (inklusive https://). TiviMate liest das x-tvg-url-Attribut im Header automatisch aus und bietet an, den EPG aus dieser Quelle zu beziehen. Alternativ kann die EPG-URL unter Einstellungen → EPG → EPG-Quelle manuell eingetragen werden.

Smart IPTV (Samsung / LG)

Smart IPTV wird über eine Weboberfläche konfiguriert. Nach der Installation erscheint die MAC-Adresse des Fernsehers in der App. Auf der Webkonfigurationsseite des Smart IPTV Plugins tragen Sie die M3U-URL ein. EPG wird aus dem x-tvg-url-Header bezogen oder kann als separate URL eingetragen werden. Wichtig: Smart IPTV unterstützt kein Xtream Codes API – ausschließlich M3U.

VLC Media Player

VLC liest M3U-Dateien nativ über Medien → Netzwerkstream öffnen → URL der M3U-Datei eintragen. EPG wird von VLC nicht direkt unterstützt, jedoch können Playlisten gefiltert und als Favoriten gespeichert werden. VLC eignet sich vor allem für Desktop-PCs (Windows, macOS, Linux) als einfacher IPTV-Client ohne EPG-Anforderung.

Eigene M3U-Liste erstellen oder bearbeiten

M3U-Dateien können mit jedem Texteditor geöffnet und bearbeitet werden – Notepad++ (Windows), TextMate (macOS) oder VS Code (alle Plattformen) sind geeignete Werkzeuge. Achten Sie beim Speichern auf UTF-8-Kodierung ohne BOM (Byte Order Mark), da BOM in manchen Clients zu Parsing-Fehlern führt.

Für die Erstellung einer persönlichen Senderliste aus öffentlichen Quellen gilt: Die öffentlich-rechtlichen Mediatheken von ARD und ZDF bieten offizielle, stabile HLS-Stream-Endpunkte an. Diese sind im Quellcode der jeweiligen Mediathek-Webseiten auffindbar oder über IPTV-Community-Projekte wie die iptv-org Community-Liste auf GitHub zugänglich. Diese Gemeinschaftsliste enthält ausschließlich lizenzfreie oder öffentlich verfügbare Streams und ist ein legitimer Ausgangspunkt für eigene M3U-Playlisten.

Wichtiger Hinweis: Das Bearbeiten oder Erweitern einer M3U-Liste mit nicht autorisierten Stream-URLs kommerzieller Sender ist urheberrechtlich problematisch, auch wenn die Datei privat genutzt wird. Nutzen Sie ausschließlich Quellen, für die Sie eine Lizenz besitzen oder die ausdrücklich zur freien Nutzung freigegeben sind.

Typische Fehler mit Senderlisten und EPG

ProblemUrsacheDiagnoseLösung
Senderliste lädt nichtURL ungültig, Server down oder Abo abgelaufenURL direkt im Browser öffnen: Textdatei mit #EXTM3U erwartetURL beim Anbieter erneuern; Abonnement-Status prüfen
EPG für alle Sender leerx-tvg-url im Header fehlt oder XMLTV-URL nicht erreichbarXMLTV-URL direkt im Browser öffnenEPG-URL manuell im Client eintragen; beim Anbieter korrekte URL anfragen
EPG für einzelne Sender leertvg-id in M3U stimmt nicht mit channel-id in XMLTV übereintvg-id und XMLTV-channel-id vergleichenIn TiviMate: Einstellungen → Kanäle → EPG-Kanal manuell zuweisen
EPG-Zeiten um 1–2 Stunden verschobenZeitzonenfehler im XMLTV (MEZ/MESZ nicht korrekt)Zeitstempel in der XMLTV-Datei prüfentvg-shift="1" in EXTINF eintragen oder Anbieter kontaktieren
Senderlogos fehlenLogo-URLs nicht erreichbar (HTTP statt HTTPS, Domain tot)Logo-URL in Browser öffnenAlternative Logo-URLs eintragen; Anbieter auf fehlerhafte Logos hinweisen
Umlaute fehlerhaft dargestelltM3U-Datei nicht in UTF-8 gespeichertDatei im Texteditor öffnen, Kodierung prüfenDatei als UTF-8 ohne BOM neu speichern
Senderliste zu groß, Client trägeListe mit 10.000+ Einträgen ohne KategorisierungSender-Anzahl in der M3U zählenGruppenfilter im Client aktivieren; Favoriten für täglich genutzte Sender anlegen

Weiterführende Themen

Technische Hintergrundinformation

Die technische Spezifikation des XMLTV-Formats und Community-Ressourcen für öffentlich lizenzierte IPTV-Senderlisten finden sich im iptv-org-Projekt auf GitHub. Das Repository enthält ausschließlich lizenzfreie oder öffentlich zugängliche Streams und dient als Referenz für das M3U-Format und die XMLTV-Strukturierung.

Häufige Fragen zur IPTV-Senderliste

Eine M3U-Datei ist eine Textdatei, die eine Liste von Streaming-URLs enthält. Sie beginnt mit #EXTM3U im Header, gefolgt von EXTINF-Einträgen für jeden Sender. Jeder Eintrag enthält Metadaten (Name, Logo, EPG-ID, Kategorie) und die Stream-URL in der nächsten Zeile. IPTV-Clients lesen diese Datei und bauen daraus die Senderliste auf.
EXTINF steht für Extended Information – es ist der Metadaten-Tag in M3U-Dateien. Die Syntax: #EXTINF:-1 tvg-id="sender.de" tvg-name="Sendername" tvg-logo="https://..." group-title="Kategorie",Sendername. Die -1 bedeutet unbekannte Laufzeit (typisch für Live-Streams). tvg-id verknüpft den Sender mit EPG-Daten. group-title legt die Kategorie fest.
M3U ist eine statische Textdatei, die manuell im Client eingetragen wird. Xtream Codes ist eine dynamische API: Der Client verbindet sich mit Benutzername und Passwort und erhält Senderliste, VOD-Katalog und EPG live vom Server. Xtream Codes aktualisiert sich automatisch und unterstützt Catch-up besser – M3U ist universeller und funktioniert auf mehr Geräten, auch ohne App-Store-Apps.
Quantität ist kein Qualitätsmerkmal. Wichtiger sind: Vollständigkeit der deutschen öffentlich-rechtlichen Sender in Full-HD mit regionalem Programm, HD-Versionen der Privatsender, gepflegte EPG-Daten und aktuelle Stream-URLs ohne tote Links. Eine Liste mit 5.000 Einträgen ohne EPG und mit veralteten URLs ist schlechter als 500 gepflegte Sender.
EPG (Electronic Program Guide) ist die digitale Programmzeitschrift. Technisch wird er als XMLTV-Datei bereitgestellt. In M3U-Dateien verweist das tvg-id-Attribut auf die Kanal-ID in der XMLTV-Datei. Die EPG-URL wird entweder über x-tvg-url im M3U-Header angegeben oder manuell im IPTV-Client eingetragen. Bei Xtream Codes wird der EPG direkt über die API geliefert.
Prüfen Sie die URL im Browser: Eine gültige M3U-URL liefert eine Textdatei mit #EXTM3U am Anfang. Bei HTTP 403 ist das Abonnement abgelaufen. Bei Timeout ist der Anbieter-Server überlastet. Bei leerer Datei hat der Anbieter die Senderliste noch nicht generiert. Bei Xtream Codes: Server-URL, Benutzername und Passwort im Kundenportal verifizieren.
Ja, technisch ist das möglich – eine M3U-Datei ist ein Textdokument und kann mit jedem Texteditor erstellt werden. Öffentlich-rechtliche deutsche Sender bieten legale HLS-Streams an, die in eine persönliche M3U-Liste eingebaut werden können. Für kommerzielle Sender sind die Streams lizenzpflichtig – eigenmächtiges Einbinden nicht autorisierter Streams ist urheberrechtlich problematisch.

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